Dr. Alexandra Föderl-Schmid

Chefredakteurin von "Der Standard"

 

 

 

 

 

 

 

07. Juli 2008

Dreharbeiten mit Frau Dr. Alexandra Föderl-Schmid

Jede Minute zählt. Der Anruf aus der "Standard“ Chefredaktion erreicht uns unerwartet. Es gibt Neuwahlen und Frau Dr. Föderl-Schmid wird aufgrund der aktuellen Umstände leider doch keine Zeit für das Interview finden. "K.O.alition" kommt uns als Wortspiel in den Sinn.

Wir fügen uns der politischen, höheren Gewalt und wollen die neue, ungeplante Zeit mit Aussenaunahmen an der Wechsel Panorama Straße überbrücken. Auf einer abgelegenen Forststraße dann der nächste Anruf. Es wäre jetzt doch möglich das geplante Interview abzuhalten, das Zeitfenster ist knapp, aber das war von vornherein klar. Wir sind 90km von Wien entfernt, haben eine Stunde Zeit um die Zieladresse zu erreichen.

Um punkt 13:30 Uhr steigen wir aus dem Lift und werden bereits freundlich und erstaunlich stressfrei empfangen. Aufbauarbeiten im Zeitraffertempo. Eine authentischere Situation um dieses Interview zu führen, konnte uns nicht passieren. Über dem gerade unbesetzten Besprechungstisch flimmern tonlos zwei mächtige Flachbildschirme.

Die Antworten von Frau Dr. Föderl-Schmid kommen glasklar und präzise. Wir gewinnen Einblicke in die Grenzsituationen, denen man als Reporterin in Krisengebieten ausgesetzt ist, und erfahren in einer Lebensanekdote, die einer metaphorischen Fabel gleicht, einen neuen Begriff von Heimatverbundenheit.

Als sich das Telephon bemerkbar macht, zeigt einer der Flachbildschirme, das Bild der „Standard“ Chefredakteurin. N-TV überträgt ein Live-Statement zum österreichischen Regierungsdrama. Die Gelassenheit bleibt ob der brisanten Situation beeindruckend.

Wir führen das Gespräch fort. „Vielleicht sollten sich jene die in Österreich oft und gerne dem Jammern anheim fallen, auf wesentlichere Dinge fokussieren“. Ein aus den eigenen Erfahrungsschätzen gezogener Vergleich mit den Lebensumständen in Südamerika, macht dabei vieles greifbarer.

Es ist 14:30 Uhr und die nächste Sitzung steht am Plan. Blitzartig füllt sich der Besprechungstisch und die Aufmerksamkeit gilt wieder ganz dem Tagesgeschehen. Wir verspüren einen persönlichen Glücksmoment - dass dieses Interview doch noch stattfinden konnte und unser Thema somit um aufschlussreiche Aspekte bereichert wurde – damit hätten wir nicht mehr gerechnet.

In unserem mittlerweile automatisierten „Abbauprozess“, werden wir nebenbei noch Zeugen von Entscheidungen, die schon morgen druckgewordene Realität sein werden. Auch diese Szene betrifft einen angesprochenen Punkt. „Entscheidungen sind oft mit Zweifel verbunden, bieten aber gleichzeitig die Möglichkeit aus ihnen zu lernen und daran zu wachsen“. Und das Jeden Tag.

 

 

 

 

Frau Dr. Foederl-Schmid