Renee Pornero

Produzentin und Schauspielerin

 

 

 

 

 

 

 

07. Juli 2008

Dreharbeiten mit Renee Pornero

Schwarz geteerter Boden, die Wände anthrazit, an der Rückwand schwarze Studiovorhänge, die Nachmittagssonne bricht gleissend durch die Fensterfront. In der Mitte des Raums wippt im Spot der Deckenscheinwerfer, eine mit Rosen verzierte Holzschaukel. Wir sind zu Gast bei Renee Pornero. Jener Frau also, die noch vor nicht allzu langer Zeit regelmäßig zwischen Los Angeles und Wien pendelte und als der „österreichische Export“ im nicht immer tabufreien Porno-Business gehandelt wurde.

Was uns interessiert: Wie es hinter der Fassade aussieht. „Die Ablaufdauer in dieser Branche ist gandenlos vorhersehbar und natürlich gibt es viele die sich weigern dieser Tatsache ins Augen zu blicken“. Renee hat den Sprung eindrucksvoll geschafft, betätigt sich als freischaffende Textil- und Webdesignerin und steht mittlerweile als Produzentin hinter der Kamera.

So hat sie sich auch mit Geldgebern herumzuschlagen, die nicht immer wohlwollend auf Ihre Vorstellungen reagieren. „Dabei geht es doch viel mehr um ein professionelles Endprodukt und Sex hat nun mal mit spontaner Begierde und Leidenschaft zu tun“. Dieses Genre mit größtmöglicher Seriösität und ästhetischer Bildsprache  zu bedienen sieht sie als ihren Anspruch. Gefahren ortet Sie vielmehr in der You Tube Jugendgesellschaft, wo es allzu oft rein um das Überbieten der Anderen und die blanke Selbstdarstellung geht.

Wir sprechen über Familie, soziale Ausgrenzungen aufgrund beruflicher Vorurteile und die notwendige Courage um an seinen Überzeugungen festzuhalten. Aber auch globalere Themen sieht sie durchaus kritisch und unkonventionell. „Anstatt andauernd über den Klimawandel zu diskutieren, sollte man vielleicht einfach mal für einen Tag den Strom abschalten. Vielleicht würden die Menschen dann auch wieder näher zusammenrücken, anstatt sich allzuoft abzukapseln“.

Diese Form der Weltoffenheit inspiriert uns und bestätigt einmal mehr, dass die oft hastig aufgesetzte Maske der eigenen Vorurteile auch genauso schnell zerfließen kann. Dafür braucht man eigentlich nur Zeit und ein offenes Ohr.

 

 

 

 

Renee Pornero