Dr. Georg Ringsgwandl
Kabarettist
07. Juni 2008
Dreharbeiten mit Dr. Georg Ringsgwandl
Ein absolut entspannter Georg Ringsgwandl empfängt uns in seiner Münchner Altbauwohnung zu Dreharbeiten. Auf unserem Rundgang durch die, nur mit dem notwendigsten Mobilar eingerichteten Räumlichkeiten, erzählt er uns, dass er gerade sehr intensiv an einem Theaterstück arbeite, welches er bis Juli fertig gestellt haben müsse. Auch vermisse er in dieser Zeit der Abgeschiedenheit den Kontakt zu seinem Publikum.
Während Roman überlegt, welcher Raum den besten Hintergrund für unser Interview hergäbe, meint Georg Ringsgwandl lachend zu ihm gewandt:" Du kaunst di Bude umbaun wiast das brauchst. Kaunst di ruhig hemmungslos ois Innenarchitekt betätign ...".
"Ich hass es, wenn Räume mit allem möglichen Krimskrams verstellt san. Wos i brauch, damit i mi in meiner Haut wohlfühl, is bloß a Tisch, a Bleistift und a leeres, weißes Blattl Papier ...", kommentiert er das puristische Ambiente.
Der bayrische Kabarettist behandelt uns sehr zuvorkommend und wie seinesgleichen und vermittelt uns das Gefühl, als würde er uns alle Zeit der Welt für dieses Gespräch zur Verfügung stellen.
"In aner guatn Band miassn si drogenabhängige und cleane Musiker di Waage hoitn, sunst kaunst di Truppn glei an die Waund schiaßn", meint er auf meine Frage, warum gerade in Künstlerkreisen Alkohol und Drogen eine so große Rolle spielen und führt das Problem auf seine Art tiefsinnig und witzig zugleich weiter aus.
"Den Tod fürcht i net. Aber vurm Sterbn hob i natürlich Angst. Am liabstn wär ma, wenn ma irgend a so a varuckta, radikaler Araber von hintn an Kopfschuss verabreichn würd. Do legat i sogoar nou a poar Euro drauf ...", kommt spontan die Antwort zum Thema Tod.
Wir erleben zwei Stunden "Georg Ringsgwandl live", ehrlich und ungeschminkt, berührend und tiefsinnig, bitterböse und gleichzeitig von nachsichtiger Weisheit getragen, und geben uns alle Mühe, unsere Lachsalven unter Kontrolle zu halten, um nicht die Tonaufzeichnung mit unseren spontanen Reaktionen auf das zuvor Gesagte zu stören.