Götz Spielmann

Regisseur und Autor

 

 

 

 

 

 

 

26. Juli 2008

Dreharbeiten mit Götz Spielmann

Ein verstecktes Landhaus in einer nicht minder versteckten Gegend des Weinviertels. Ein wildromantisches Ambiente das sich augenblicklich erfrischend anfühlt. Es mag weniger inspirierende Plätze geben an die man sich zum Schreiben zurückziehen kann.

Hier, wo vor 2 Jahren der zur Zeit viel beachtete Film „Revanche“ seine Form zu entfalten begann, treffen wir auf den österreichischen Regisseur und Autor Götz Spielmann. Während wir auf die Beruhigung einer kreischenden Motorsense warten, werden unsere Projektambitionen präzise durchleuchtet. Da wir uns dem Ende unserer Interviewphase nähern ein sehr passender Zeitpunkt. Dann dürfen wir die Fragen stellen.

Wir drehen im Freien, Herr Spielmann, nimmt ungezwungen vor einer weiß gekalchten im Detail morbid anmutenden Mauer Platz. Der Kameraausschnitt wird ebenfalls bald in eine intimere, immer wieder durch schwer durchschaubares Schmunzeln geprägte Gesichtslandschaft wechseln. Und spätestens wenn das Ego an Boden verliert und ein aufopferndes spielmannsches Plädoyer selbiges desillusioniert, erhebt sich das Gewicht der Worte über die zur Verfügung stehende Bildsprache.

Überhaupt bewegen wir uns in diesem Gespräch auf einer teils transzendenten Ebene. „In unseren Köpfen spukt ein Phantom namens Gesellschaft, und deswegen sind die einzigen Grenzen, die es zu erreichen gilt, die eigenen“. Gefragt nach der Möglichkeit einen Film wie „Revanche“ zu drehen meint er lapidar: „Da hat man Glück“. Angesichts eines derartig vielschichtigen Unterfangens schwer zu begreifen, ausser man lässt sich auf eine Definition ein, die dahinter eine kausale Verkettung von größeren Zusammenhängen beschreibt. Warum das Leben an sich nur richtig sein kann, wird unter anderem an dieser Stelle keine nähere Ausführung mehr finden. Eine Filmszene wird mit umso größerer Gewissheit daraus werden.

Es beginnt zu regnen, als wir ans Ende kommen. Uns schwirren die Köpfe. Die Kamera zeigt kurz später noch einmal in die abendsonnengeflutete Weite der Landschaft. Es mag weniger inspirierende Tage geben.

 

 

 

 

Goetz Spielmann